Fortbildung Distanzturnier-Tierarzt

Bei jeder offiziellen Veranstaltung ist der Veranstalter verpflichtet für vor Ort anwesende Rettungskräfte zu sorgen; für die Menschen.

Bis zum heutigen Tag gibt es jedoch immer noch Menschen die bei Veranstaltungen mit Tieren – z.B. Pferdetreffen, Turniere etc. – nicht an deren ärztliche Versorgung bei Notfällen denken oder sie sogar für unnötig halten.

Für einige Zeit gab es bei Pferdeturnieren den Tierarzt in „Rufbereitschaft“.

Dieser Tierarzt musste sozusagen (über 2-3 Turniertage hindurch) „mit dem Handy in der Hand schon im Auto sitzen“, um im NOTFALL umgehend vor Ort sein zu können; unrealistisch.

Mittlerweile wurde einiges an Überzeugungsarbeit geleistet, sodass die Anwesenheit von ausgebildeten Turniertierärzten nun in der Österreichischen Turnierordnung festgehalten ist.

Um als Turniertierarzt tätig sein zu können, bedarf es, neben dem abgeschlossenen Veterinärstudium, einer zusätzlichen Ausbildung als Turniertierarzt (FENA).

Weiterbildung ist für den Turniertierarzt verpflichtend, sonst erlischt die Zulassung als Turniertierarzt.

Ab 2010 dürfen nur noch in der FENA-Turniertierärzteliste angeführten (Pferde)Tierärzte als Turniertierarzt beauftragt werden – siehe ÖTO Reglement.

Einen Sonderfall stellen DISTANZTURNIERE dar.

Diese Sparte des Pferdesportes verlangt nicht nur von den Pferden und Reitern besondere Leistungen, sondern auch von den zuständigen Tierärzten vor Ort.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wird als Spezialisierung für Turniertierärzte die Ausbildung zum Distanz-Turnier-Tierarzt angeboten; neben dem theoretischen Seminar ist ein Praktikum verpflichtend.

Diese Fortbildung wurde erstmals im Frühjahr 2009 angeboten.

So nahm ich im April 2009 am theoretischen Seminar teil und absolvierte mein Praktikum im Rahmen des Distanzturnieres vom 19.-21. Juni 2009 in St. Valentin/NÖ.

In dieser Fortbildung wurden wir mit den Aufgaben des Tierarztes im Distanzreitsport vertraut gemacht.

Sowohl Grundwissen, das den Turniersport im Allgemeinen betrifft, als auch spezielle Kenntnisse über den Distanzreitsport wurden vermittelt.

Im Gegensatz zu Springprüfungen oder Dressurprüfungen beginnt der Tag eines Distanztierarztes meist in den frühen Morgenstunden noch bevor es dämmert. Da jeder Teilnehmer am Distanzritt ein „Recht auf eine tierärztliche Untersuchung“ im Zieleinlauf hat, kann es bei Distanzen über 160 km schon einmal spät in die Nacht hineingehen, bis das letzte Pferd tierärztlich geprüft ist.

Die Aufgabe eines Distanztierarztes soll es sein, ein Pferd so beurteilen zu können und im gegebenen Fall auch aus dem Bewerb zu nehmen, bevor ernsthafte metabolische Probleme auftreten. Zum Wohle des Pferdes muss der Distanz-Turnier-Tierarzt rechtzeitig handeln.


09.2018