Fütterung

Vergiftungen

Atypische Weidemyoglobinurie / Weidemyopathie

Stand Herbst 2018

Leider ist es zurzeit wieder vermehrt zu hören:
Pferde sterben auf der Weide!

Ursache dafür ist die atypische Weidemyopathie („Plötzlicher Weidetod“); einer Vergiftung mit dem Protein Hypoglycin A aus den Samen und Sämlingen des Berg-Ahorns (Acer pseudoplantanus).

Es handelt sich dabei um eine rasant fortschreitende Muskelkrankheit. Betroffen sind Pferde die vorwiegend auf und von überweideten, ungepflegten und nährstoffarmen Weiden leben müssen.

Nicht jedes Pferd einer Herde und auch nicht jedes Pferd, welches das Gift Hypoglycin A (HGA) im Blut hat, erkrankt. Es scheinen manche Pferde resistent dagegen zu sein.

Früher dachte man, dass das Problem nur im Herbst bis zum ersten Frost oder Schnee auftritt. Aber es gibt mittlerweile auch Erkrankungen im Frühjahr. Zudem ist noch nicht klar, ob auch die Früchte anderer Ahornarten als Intoxikationsquelle infrage kommen könnten.

Die Symptome lassen den Pferdebesitzer oder auch Tierarzt vielleicht zuerst an eine Kolik, Rückenschmerzen, Botulismus, Grass sickness etc. denken.

Die gesamte Muskulatur, vor allem die Herz und Atemmuskulatur ist aufgrund eines gestörten Fett-/Energiestoffwechsels betroffen.

Binnen weniger Stunden reicht das klinische Bild der Myopathie jedoch von generalisierter Schwäche, leicht steifem Gang oder Körperhaltung, über Schwitzen, Muskelzittern, massives Schwanken bis hin zum Niederbrechen und der Unfähigkeit wieder aufzustehen. Zum Teil versuchen die Pferd noch zu fressen.

Typisch ist letztendlich auch der dunkelbraun bis schwarz verfärbte Urin.

Bei der Blutuntersuchung fallen unter anderem sehr hohen Muskelwerte auf.

Eine Therapie ist fast chancenlos.
Es werden die klinischen Symptome behandelt mit Ruhe, Wärme, Vitaminen/Antioxidantien, Infusionen und Schmerzmitteln. Wenn das Pferd noch frisst ist ihm möglichst kohlenhydratreiches Futter zu geben.

Vorsorglich sollten Pferde auf mageren Weiden täglich mit ausreichend und qualitativ gutem Heu zu gefüttert werden. Hochwertiges Mineralfutter sollte ebenso täglich zur Verfügung stehen. Dann müssen die Pferde nicht aus Hunger und Langeweile Ahornpflanzen und Samen fressen.