Subchondrale Knochenzysten (SKZ)

Abb 1:
Kniegelenk AP; rundliche zum Gelenk weit offene „Aufhellung“ am medialen Femurkondylus.

Abb 2: Abb 2 NEGATIVBILD zu Abb 1 Kniegelenk AP; rundliche zum Gelenk weit offene „Aufhellung“ am medialen Femurkondylus.

Subchondrale Knochenzysten sind unterschiedlich große Hohlräume im gelenknahen Knochen die meist mit dem jeweiligen Gelenk in weit offener oder auch spaltartiger Verbindung stehen.

SKZ können als eine andere Form der Osteochondrosis dissecans (OCD) angesehen werden, wobei es während des Wachstums des Pferdes zu einer Störung in der Gelenkentwicklung kommt. Der hyaline Gelenkknorpel sollte sich mit dem darunter liegenden Knochen gleichmäßig verbinden. Als „Vorstufe“ zur subchondralen Knochenzyste legt sich der hyaline Gelenkknorpel jedoch faltig über den subchondralen Knochen. Ebenso kann es aber auch am ausgewachsenen Pferd aufgrund eines Traumas zu Gelenkknorpel- und subchondralen Knochenverletzungen kommen. Man nimmt an, dass sich derartige Schäden aufgrund des Flüssigkeitsdrucken (Gelenkflüssigkeit) im Laufe der Zeit zu höhlenartigen Knochenzysten entwickeln.

Pferde mit Lahmheit, deren Ursache in subchondralen Knochenzysten gefunden wird, sind oft älter als jene mit OCD-Veränderungen. Als Ursache für die Lahmheit (Schmerz) wird sowohl die sekundäre Entzündung der Gelenkflüssigkeit als auch der Knochenschmerz angenommen.

Die Lahmheit wird durch Bewegung schlechter und variiert in Stärke und Gleichmäßigkeit.

Eine subchondrale Knochenzyste muss auch nicht zwangsläufig zu einer vermehrten Füllung des Gelenkes führen.

Zur Diagnose ist eine ausführliche Lahmheitsuntersuchung inklusive intraartikulärer Anästhesien und Röntgenaufnahmen notwendig.

Röntgenologisch sind diese Zysten als rundliche oder ovale, durch einen dichten Knochensaum vom übrigen Knochen abgegrenzte „Aufhellungen“ sichtbar.

Entsprechend ihrer Form und Verbindung zum Gelenk unterscheidet man Zysten vom Typ I (kuppelartig mit weit offener Verbindung ) und Typ II (zirkulär mit engem Kanal zum Gelenk). Diese Unterscheidung hat jedoch keinen Einfluss auf deren Schweregrad bzw. Prognose für das Pferd.

Subchondrale Knochenzysten können an allen Gelenken vorkommen. Am häufigsten jedoch im medialen Femurkondylus (Kniegelenk), Metacarpus/Metatarsus (Rohrbein), Fesselgelenk, proximaler Radius (Ellbogengelenk) und Schultergelenk.

Die Therapie kann konservativ (rein medikamentös) und/oder chirurgisch versucht werden.

Konservative Therapie:

Mehrmonatige Belastungspause mit anschließendem sehr langsamen Aufbautraining.

Eine intraartikuläre Therapie mit Hyaluronsäure und/oder polysulfatierte Glycosaminoglycane kann zusätzlich durchgeführt werden.

Manche Pferd kommen derart wieder auf volle Belastbarkeit, oft zeigt sich aber kurz vor voller Belastung wieder die Lahmheit.

Chirurgische Therapie:

Der Knochendefekt wird je nach Gelenk und Lage entweder arthroskopisch direkt über die Gelenkfläche oder von außen durch den Knochen behandelt.

Der Inhalt der Knochenzyste wird ausgekratzt und ausgespült. Es besteht die Möglichkeit die Knochenhöhle mit Knochengewebe auszufüllen – ist aber nicht zwingend notwendig.

Prognose:

Zur chirugischen Behandlung von Knochenzysten im Kniegelenk (medialer Femurkondylus) wird in der Literatur, je nach Größe der Zyste, Alter des Pferdes, Vorbehandlungen etc., die Chance auf Rückkehr zur gewohnten Arbeit bei ca. 50% gesehen.

Für weitere Gelenke werden in der Literatur keine aussagekräftigen Untersuchungen angeführt.

Komplikationen:

Je nach bereits parallel bestehender OCD in Gelenken mit subchondralen Knochenzysten, wird berichtet, dass sich auch erst in Folge von subchondralen Knochenzysten OCD entwickeln kann.

Abb 3:
Kniegelenk von Abb 1 – seitliche Aufnahme; rundliche „Aufhellung“ am medialen Femurkondylus

Abb 4:
Kniegelenk – seitliche Aufnahme; rundliche „Aufhellung“ an der Tibia

Abb 5:
Karpalgelenk einer 1jährigen Araberstute, AP
Rundliche „Aufhellung“ am distalen medialen Radius


09.2018