Virusbedingte Lebererkrankungen

Virusinfektionen, die zu Leberentzündung beim Pferd führen können:

Equines Hepacivirus

Hat Ähnlichkeit mit dem Hepatitis C Virus des Menschen.

Diese Virusinfektion verläuft beim Pferd oft subklinisch / nach außen hin unbemerkt.

Die Leber-/Blutparameter erhöhen sich nur in der Zeit der Virus-Clearance.

Bei Vollblutpferden kann es aufgrund der Virusinfektion zu Leistungsminderung kommen.

Equines Parvovirus Hepatitis Virus

Es sind natürliche Infektion und Medikamenten assoziierte Infektionen möglich.

Ca. 9 – 12 Wochen nach der Infektion kommt es zur Hepatitis.

Zur Diagnostik kann Blut-Serum auf das Institut für Virologie / Vet Med Uni Wien oder Universität Bochum geschickt werden.

Im Rahmen einer Blutuntersuchung kann bei erhöhten Leberparametern jedoch nicht zwischen Futter-Toxin bedingten und Virus bedingten Infektionen unterschieden werden.

West Nil Virus

Das West Nil Virus wurde 1937 erstmalig in Uganda beim Menschen beschrieben. Seit 1950 werden Krankheitsausbrüche in Europa vermerkt.

Beim Pferd ist das West Nil Virus seit 1962 (Frankreich) bekannt und mittlerweile weltweit verbreitet. In Österreich treten seit 2016 Krankheitsfälle bei Pferden auf.

Es handelt sich um keine „klassische“ Zoonoseerkrankung; d.h. die Krankheit ist nicht direkt vom Pferd/Tier auf den Menschen übertragbar. Es handelt sich um ein Flavivirus.

Verwandte Krankheiten sind FSME, Dengue Fieber, Japanische Enzephalitis, Equines Hepacivirus …). Erreger Reservoir stellen vor allem Sperlings-Vögel dar; Krähenvögel erkranken und sterben. Überträger sind Stechmücken.

Krankheitssymptome:

Vermindertes Allgemeinverhalten
Fieber, Fressunlust, Koliksymptome
Gangbildveränderungen

Es gibt eine Neuroinvasive Form der West Nil Virus Erkrankung. Diese zeigt sich z.B. durch Ataxie, Schwäche in den Beinen, Muskelzittern am Rumpf/Beinen/Gesicht, Zähne knirschen, Blindheit, Festliegen …

Die Sterblichkeit beträgt zwischen 35 – 45%. Bei den Überlebenden können bei bis zu 40% der Pferde Symptome bleiben.

Die Diagnostik führt am ehesten über PCR Untersuchungen von Liquor, Blut und Gewebe (post mortem) zum Ziel. Zum Antikörpernachweis (Serologie) eignen sich IgG, aber noch besser IgM.

Die Therapie richtet sich vor allem nach den klinischen Symptomen, da man die Virusinfektion nicht direkt behandeln kann.

  • Entzündungshemmer
  • Ev. Antibiotika gegen zusätzliche bakterielle Infektionen
  • Ev. Kortison
  • Infusionstherapie
  • Sedierung bei Bedarf

Risikofaktoren aus der Umwelt für die Erkrankung

  • Mückenbelastung
  • Jahreszeit: Sommer, im August erhöhte Letalität
  • Feuchtgebiete

Prävention/Vorbeugung

  • Impfung: in Endemiegebieten
  • Mückenschutz (Insektenschutzmittel, Aufstallung in der Dämmerung, Insektenschutzdecken …
  • Kontrollprogramm, Insektizide